Die Neue heisst “blippy”

Die neueste Erfindung sozialen Netzwerkens heisst “blippy”. Ob “blippy” wirklich “fun” bietet, wie die Seite verspricht, oder doch eher etwas für Vollidioten ist, die sich in aller Öffentlichkeit abzocken lassen wollen, wird sich wohl noch herausstellen müssen.

Worum geht es? Auf “blippy” gibt man seine Kreditkartendaten  und die Logins für Onlineshops ein, die man nutzt. “blippy” sagt, man “teile” diese Daten nur mit “vertrauenswürdigen Dritten”. Ob “blippy” allerdings seinerseits vertrauenswürdig ist, weiss man nicht. “blippy” nutzt die Accountdaten jedenfalls, um die Einkäufe, die man getätigt hat, über seine Website zu publizieren. So sollen die Konsumenten mit ihren Network-Friends über das Gekaufte ins Gespräch kommen können.

Datenschützern treibt sicher allein der Gedanke an “blippy” den Schweiß auf die Stirn und bereitet ihnen vermutlich zudem auch schlaflose Nächte. Ein Unterschied zur längst ausgebrochenen Datensammelwut der Payback-Kundenkartenindustrie besteht allerdings: Bei “blippy” bestimmt der Nutzer selber, was er bekannt gibt und was nicht. Bei jedem Zahlen an der EDEKA Kasse werde ich z.B. nach der Deutschland Card gefragt, bei MIGROS nach Clumuluskarte bei COOP nach der Supercard usw. Hätte ich solche Karten, was würden die Firmen mit meinen Daten tun? Welche Informationen haben sie sowieso, weil ich kaum je mit Bargeld bezahle? Also egal: ich habe mich zu einem übersichtlich eingeschränkten “blippy” Test entschieden und präsentieren hier auf der Website zukünftig rechts in der Sidebar unter “Social Networking” meinen Einkäufe von Musik, E-Books und Software im Apple Store iTunes. Mal gucken?

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Update am 07.03.2010, 5 Wochen nach schreiben des obigen Textes: Blippy scheint ein Rohrkrepierer zu sein. Trotz vielfältiger Aktivitäten auf iTunes zeigt Blippy nach 5 Wochen noch immer die selben Daten an, wie am ersten Tag. Bei diesem Servicelevel ist der Dienst Müll. Werde weiter beobachten, ob das so bleibt. Wenn ja, wird abgeschaltet.

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