Also ich hab die Nase voll von diesem Kauderwelsch! Ein Pfleger ist ein Pfleger und kein Pflegender. Genauso wenig ist ein Student ein Studierender. Was sich da in der Alltagssprache versucht durchzusetzen ist sprachlicher Abfall.
Ein Studierender ist jemand, der gerade eben studiert, wie ein Pflegender jemand ist, der gerade eben pflegt. Ein Pfleger kann natürlich pflegend sein und ein Student studierend. Aber nicht immer, sondern eben nur manchmal. Manche Sachen kann man sogar nur einmal erledigen. So stirb ein Sterbender soeben – danach aber nie wieder. Natürlich kann ein Pfleger sterben, aber kein Pflegender. Der würde ja sonst zum sterbenden Pflegenden. Da muss er sich schon für das eine oder das andere entscheiden. Beides zugleich ist doch sehr anstrengend. Andere Dinge gehen aber auch gleichzeitig. So trifft man häufig den singenden Duschenden, oder den lesenden Abführenden. Abführende Pflegende hingegen sind selten – höchstens mal versehentlich bei Diarrhoe.
Nach der selben Logik gibt es sehr wohl schlafende Studenten, aber schlafende Studierende? Nicht jeder Pflegende ist übrigens Pfleger wie nicht jeder Schlafende Schläfer ist. Wäre jeder Pflegende Pfleger, bräuchte es keine Pflegeausbildungen mehr und wäre jeder Schlafende Schläfer, müsste man dringend etwas gegen die allgegenwärtige Macht der Geheimdienste tun und unbedingt schleunigst das Staatswesen überdenken.
“Nein danke, wir sterben nicht!”
Beim nächsten Mal sprechen wir dann über die so Formulierenden und Formulierendinnen, die obendrein der ursprünglichen sprachlichen Geschlechstneutralität im Maskulinen, eine künstliche weibliche Form oder Formin hinzufügen. Darüber sollten die Studierenden, Studentinnen und Studenten mal studieren.








