Archive for the ‘Projekte’ Category

Weiss das Spital, was das Spital weiss?

Friday, May 14th, 2010

Es bedarf keiner besonderen Erwähnung, dass der grösste Wert eines Spitals seine Mitarbeitenden sind. Sie sind die Know-how Träger des dienstleistenden Unternehmens. Doch weiss das Spital eigentlich, was das Spital alles weiss? Oder anders gefragt: Gibt es eine strukturierte Dokumentation all der Regeln, die in den Köpfen der Mitarbeitenden stecken und die im Zusammenhang mit der Fülle des versammelten Fachwissens erst einen geregelten Betriebsablauf ermöglichen?

Als ich zu prüfen hatte, ob das angebotene Medikationsmodul des vorhandenen Klinikinformationssystems (KIS) alle Verordnungsarten und -wege unseres Spitals wird unterstützen können, war es nicht das allgemeingültige medizinische Fachwissen, welches die grössten Fragen aufwarf. Es waren die Regeln, welche organisatorisch bedingt sind und so nur hier in diesem Haus zur Anwendung gelangen. Neue Mitarbeitende können ein Lied davon singen: Trotz bester Fachqualifikation braucht es immer auch eine gewisse Zeit der Einarbeitung, um eben diese Regeln kennenzulernen. Durch Ausbildung, Studium und Berufserfahrung wissen Ärzte und Pflegepersonal zwar welches Medikament wann wie zu applizieren ist. Nicht aber, auf welchem Verordnungswege an wen welche Information wie gelangen muss, um einen regelrechten Ablauf des Medikationsprozesses zu gewährleisten, bei dem jeder der Beteiligten Gleiches unter Gleichem versteht. Genau das aber ist eine unabdingbare Voraussetzung für höchste Qualität sprich Sicherheit für unsere Patientinnen und Patienten.

Nun ist dieses Prozesswissen nicht nur auf viele Personen verteilt, sondern es gibt auch Varianten. Man könnte auch sagen, dass die Standardisierung der Prozesse für eine maximale Sicherheit noch nicht hinreichend ist. Hier sind nicht Behandlungsvarianten gemeint, die natürlich bei der Anwendung der ärztlichen Kunst möglich sein müssen, sondern Varianten in den Abläufen. Doch wie soll man die Varianten identifizieren, wenn man zuvor die massgeblichen Regeln noch nicht dokumentiert hat? Unser Team des Prozess- und Projektmanagements ist angetreten, dies zu ändern.

Die Medikationsprozesse, also eben jene vorhandenen Regeln, wurden strukturiert dokumentiert. Dazu waren mehrere meist halbtägige Wohkshops eines Teams aus Apothekern, Ärzten und Pflegefachpersonal notwendig. In insgesamt 200 Arbeitszeitstunden klärte und dokumentierte die Gruppe dieser Fachleute die Medikationsprozesse mit dem digitalen Prozessmanagement Werkzeug casewise.

Die Gruppe erarbeitete zunächst die Ist-Prozesse und stellte fest, dass die Dinge eben nicht überall gleich gehandhabt werden. Die schon beschriebenen Varianten lassen grüssen. Ausserdem gab und gibt es durchaus unterschiedliche Auffassungen zu Dingen bei denen man doch der Meinung war, dass doch alle Beteiligten dasselbe darunter verstehen müssten. Geraten hierdurch nun Patienten in Gefahr? Nein. Das Fachwissen der einzelnen Mitarbeitenden verhindert dies und so wird man selbstverständlich trotz einer strukturierten Prozessdokumentation auch zukünftig auf qualifizierte Fachkräfte im Spital setzen.

Die wertvolle Diskussion über die heutigen Abläufe machte die Debatte über die gewünschten Soll-Abläufe deutlich leichter. Das Optimierungspotenzial der Prozesse war allen deutlich geworden und so versuchte man nicht die KIS Software  so hinzubiegen, dass sie irgendwie passen würde, sondern beschäftigte sich mit den Möglichkeiten im eigenen Einflussbereich. Es sei aber nicht verschwiegen, dass sich am Ende zur Abbildung eines Optimalzustandes auch auf der Softwareseite noch etwas bewegen musste.

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Gute Erfahrungen
mit drahtlosem Digitaldiktat

Tuesday, January 19th, 2010

Im Rahmen der geplanten Einführung des digitalen Diktats in unserem Haus prüfe ich derzeit die Möglichkeit des drahtlosen Diktierens. Hierbei wird ein geeignetes Headset per Bluetooth mit dem PC verbunden und die Sprache ohne Kabelverbindung quasi per Funk  an den Rechner übertragen. Die spannende Frage war: wird die auf diese Weise erzielte Datenqualität auch ausreichen, um damit per Spracherkennungsprogramm Sprache automatisch in Text umzusetzten?

Die Ergebnisse sind sehr positiv. Bis zu 10 Meter um den Schreibtisch herum erzielt man mit der hier verwendeten Konfiguration aus der Software Dragon Naturaly Speaking in der Version 10 und dem Logitech Headset B 750 hervorragende Ergebnisse, die sich nicht von der Nutzung des hochwertigen kabelgebundenen Sennheiser Headsets unterscheiden, welches ich sonst nutze. Darüber hinaus ist der Tragekomfort des Gerätes ausserordentlich gut und die Tonqualität der Kopfhörer auch für das Abspielen von Musik ganz ordentlich.

Ein möglicher praktischer Nutzen des Einsatzes in der Klinik ist der, dass mit diesen Mobilgeräten Patienten bezogene Diktate direkt in der Krankengeschichte erstellt werden können, ohne das nach dem Diktat das Mobilgerät synchronisiert und der betroffene Patient bei der Synchronisierung von Hand zugeordnet werden müsste. Dieser Schritt ist nicht nur lästig sondern birgt auch die Gefahr der Verwechselung von Patienten oder Fällen und wäre notwendig, wenn digitale Diktaphone herkömmlicher Bauart genutzt würden. Das Gerät ist ebenso für VoIP oder Videotelefonie geeignet. Für letztere wird noch eine Webcam benötigt, wie sie auf dem Bild hier in meinem Büro über dem Bildschirm positioniert ist.

Das Headset verfügt über einen wiederaufladbaren Akku. Dessen Kapazität reicht knapp für einen ganzen Arbeitstag, bevor der Kopfhörer an die Steckdose muss. Es ist aber auch möglich mit eingestecktem Stromkabel bei leerer Batterie weiterzuarbeiten. Ideal.

Arzneimitteltherapiesicherheit:
Vortrag in Heiligendamm

Monday, January 18th, 2010

Prof. Dr. Wolfgang Riedel, wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Krankenhauswesen (IfK) in Braunschweig, hat auch in diesem Jahr wieder einen ausgewählten Kreis von Experten zum Führungskräftemeeting im Seebad Heiligendamm eingeladen. Der Veranstaltungsort, das dortige Grandhotel, ist spätestens seit dem G8 Gipfel 2007 weltberühmt.

Guido Burkhardt, Projektleiter des Projektes Klinikininformationssystem am Kantonsspital Baden, nimmt bereits zum dritten Mal in Flolge teil, wenn sich die 60 Spitzenvertreter der Branche im Februar an der Ostsee treffen. 2010 stellt er das Badener Projektthema “IT-gestützte Medikation als Bestandteil einer elektronischen Patientenakte” vor.

Der Vortrag beleuchtet nicht nur, wie mit Hilfe des Computers Medikamente digital verordnet und deren Abgabe an die Patienten dokumentiert wird, sondern auch, wie mit Hilfe intelligenter Systeme die Indikationen für den einzelnen Patienten geprüft werden können. Spezielle Logiken weisen den Arzt zudem darauf hin, wenn sich unerwünschte Interaktionen ergeben oder patientenspezifische Nebenwirkungen drohen. Die Umstellung der häuslichen Medikation zu Beginn einer stationären Behandlung berücksichtigt ausserdem die gesundheitsökonomischen Bedürdnisse und erhöht die Patientensicherheit zusätzlich dadurch, dass das medizinische Personal mit einem eingeschränkten und darum im Umgang vertrauten Medikamentenportfolio arbeitet.

Mitreferenten sind neben Prof. Riedel 2010 CIOs, Ärzte und Projektmanager führender Kliniken aus dem deutschsprachigen Raum. Als Gastreferent spricht Moshe Rappoport, Zukunftsforscher IBM Research, Zürich.

Die Fachzeitschrift Krankenhaus IT Journal schreibt: “Zum 6. Führungskräfte-Meeting 2010 im Seebad Heiligendamm stellen namhafte Referenten aktuelle Themen mit akutem Diskussionsbedarf vor. Motto: ICT und eHealth als strategische Instrumente moderner Krankenhausführung. Networking und vertiefende Gespräche im exklusiven Kreis aus Krankenhausführung und IT-Management runden das etablierte Meeting am Meer ab.”

Veranstaltungswebsite: www.meeting-am-meer.de
Der Veranstaltungsort im Film: Mord in bester Gesellschaft

nexususer.org ist online

Tuesday, January 12th, 2010

Für die International Nexus Usergroup, einer derer Sprecher ich bin, habe ich heute eine kleine Webseite eröffnet. Anlässlich unseres Meetings in Luzern hatten wir beschlossen, nicht nur Publikationen in unserem bestehenden Extranet zu verfassen, sondern auch solche, die public sind.

Interessenten finden die Publikation unter www.nexususer.org.