Vom Glanz erst kürzlich vergangener Zeiten

June 29th, 2011

Als die Crossair, die stolze schweizerische Regional- und Premienfluglinie an ihrem Heimatflughafen Basel-Mulhouse-Freiburg sechs Tage nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ihre neue Lounge auf 1700 m2 eröffnete, hätte sie wohl nicht gedacht, ein Jahr später schon Geschichte zu sein. Allerdings war nicht die Crossair der Pleitewelle im internationalen Fluggeschäft anheim gefallen, sondern die stolze Swissair – worauf die Crossair die Basis für die neue nationale Fluglinie der Schweiz, die heutige Swiss bildete. Soviel zur Geschichte.

Dank Priority Pass, eine Inklusive-Leistung der American Express Platinum Karte (empfehlenswert!) habe ich mir heute zu nachtschlafender Zeit um kurz nach 5 die Wartezeit auf den Flieger in dieser Lounge versüsst:

Müsste man die Location (der Flughafen befindet sich übrigens auf französischem Staatsgebiet) bewerten, wären fünf Wohlfühl-Sterne wohl absolut gerechtfertigt. Die exklusiven Räume beherbergen eine der grössten Lounges weltweit. Man findet sie im relativ neuen Y-Terminal des EuroAirports im Abflugslevel, ca 100 m hinter dem Duty Free Shop, den man immer (wie praktisch für den Flughafen) nach der Sicherheitskontrolle durchschreiten muss.

Bild: Die Lounge im Y-Terminal aus der Vogelperspektive, welche sich mir nach dem Start Richtung Berlin bot. Man erahnt ihre wahre Grösse…

Nach Passieren der gestrengen Eintrittskontrolle empfängt einen ein exklusives Ambiente auf drei Etagen. Unten plätschert ein Bach, darüber eine japanische Brücke vor der bedienten Kaffee Bar. Eine weitere Bar bietet Snacks, Kalt- und Heissgetränke sowie Alkoholisches im Selfservice. Man sitzt zwischen (echten) Palmen. Der Raum bekommt durch einen offenen Innenhof sein Sonnenlicht. Oben dann grosszügige Relax-Zonen, das Business Center, Internet Corner usw. usw.

Neben den willkommenen geheissenen Priority Gästen berechtigen auch folgende Mitgliedschaften zum Zutritt zur Lounge:

  • SWISS Business
  • Miles & More HON Circle, Senator, Frequent Traveller
  • Star Alliance Gold member

Eine ganz schön exklusive Angelegenheit.

Vielen Dank, für die Blumen

June 27th, 2011

Blödes Gemecker

June 24th, 2011

Heute vor einer Woche startete ich in die Nacht der Nächte von Biel. Ich habe ja nun in diesem Jahr ja zum allerersten Mal überhaupt an einem offiziellen Lauf teilgenommen und bin damit auch zum ersten Mal in Biel gewesen. Bei der Nachbetrachtung der Veranstaltung stosse ich jetzt überraschenderweise überall im Internet auf Kritik am Organisationskomitee, die mir vollkommen unverständlich ist! Zwar habe ich keine Vergleichsmöglichkeit, finde aber, dass die Veranstaltung ganz hervorragend organisiert ist und eine phantastische Infrastruktur bietet.

Man findet auch viel Gemecker über die Höhe des Startgeldes von gut 100 Schweizer Franken. Das halte ich für eine äusserst moderate Summe – für den betriebenen persönlichen und materiellen Aufwand der Organisatoren. Mir scheint es angebracht, dass neben der ganzen Kritik auch diese/meine Sichtweise ihre Veröffentlichung im Web findet.

Offizielle Website der Veranstaltung

Die “Nacht der Nächte” von Biel

June 20th, 2011

An einem 100-Kilometer-Lauf teilzunehmen gehört wohl zu den verrücktesten Dingen, die man überhaupt so unternehmen kann. Ich habe genau das von Freitag auf Samstag der vergangenen Woche gemacht. Hier der Bericht.

Nach einem Mittagsschläfchen bin ich Freitag, den 17. Juni 2011 gegen 16°° Uhr von Hänner nach Biel gefahren – eine Strecke von ziemlich genau 100 Kilometern. Ganz schön weit! Um 22°° Uhr würde gestartet werden. Mein Ziel war nach Absolvierung der 100 KM Strecke gegen 16°° Uhr am Folgetag wieder in Biel zu sein. Die Wettervorhersage war mehr als bedenklich. Es waren ergiebige Starkregenfälle vorausgesagt. Glücklicherweise hatte ich noch am Mittag eine wasserdichte Sporthose ergattern können. Auf der Anreise nach Biel zerschlug sich die Hoffnung es würde vielleicht doch nicht regnen. Seit ich durch Basel fuhr goss es in Strömen.

Es wurde 22°° Uhr. Nun stand ich also am Start. Nachdem die Läuferschar einen Countdown runter gezählt hatte, setzte sich der Pulk in Bewegung. Durch eine jubelnde Menschenmasse ging es durch die nächtlichen Strassen von Biel. Der erste Kilometer konnte trocken zurückgelegt werden.

Dann begann es zu regnen. Ein kräftiger Schauer! Schon kurz hinter der City von Biel begann bei Kilometer 7 der erste Anstieg der Strecke. Geplant war, so lange wie möglich jeden Kilometer in 8,3 Minuten zu schaffen und auch am Berg genau dieses Tempo zu halten. Das -gemessen mit iPhone GPS Navigation- gelang. Bei Kilometer 10 war der erste Berg bezwungen. Die Zeit stimmte. Zwar wollte ich keinen Geschwindigkeitsrekord aufstellen und hatte auch sonst keine Zeitziele. Jedoch schlossen die Kontrollposten auf der Strecke irgendwann und man musste sie vorher passiert haben. Etwas Eile war also schon geboten. Leider hatte es bis jetzt so stark geregnet, dass Schuhe und Socken – und damit dann auch die Füsse – bereits nass waren. Wohl dem, der nun auf ein Begleitfahrzeug mit trockenen Socken zurückgreifen konnte. Das war bei mir nicht der Fall. Ich musste noch 46 Kilometer durchhalten. Bei Kilometer 56 würde mich meine Tasche mit frischen Sachen erwarten, die der Veranstalter bis dann nach dort für mich transportiert haben würde.

In nassen Socken ging es also weiter. Bei Kilometer 17 passierten wir das mittelalterliche Aarberg. Der Ort war, mal von den Läufern und Offiziellen abgesehen, wie ausgestorben. Wer stellt sich auch schon bei Starkregen auf die Strasse und guckt einer Schar einiger hundert Verrückter beim Laufen zu? Auf der gedeckten mittelalterlichen Holzbrücke gab es dann doch Zuschauer, die uns mitleidsvoll anfeuerten.

Am Verpflegungsposten Ammerzwil wurden bereits geschälte Bananen gereicht. Die Helferinnen trugen sie auf Tabletts durch den Regen und priesen sie als Wasserbananen an. Wasserbananen…! Wasserbananen…! Darüber hab ich noch kilometerweit innerlich gelacht. Ein surreales Bild, diese nassen Mädels mit den nassen, glitischig-klebrigen Bananen.

Von Kilometer 22 bis 29 war die nächste Steigung zu überwinden bevor es anschliessend bis Kilometer 41 stetig leicht bergab ging. Durch fortgesetzten Regen und vollkommene Dunkelheit trotz Vollmond-naher, aber Wolken verhangener Nacht war das trotzdem nicht entspannend. Ich hielt an um ein kleines Steinchen aus dem Socken zu entfernen, dass sich dahin vorgearbeitet zu haben schien.

Doch es war kein Steinchen zu finden. Vielmehr kündigte sich am rechten Fuss die erste Blase an. Ganz klein erst mal. Der nächste Sanitätsposten war aber nicht weit und so liess ich das beginnende Übel mit einer Compeed® Platte versorgen. Es ging weiter. Keine Probleme mehr zunächst.

Überhaupt bereitete das Laufen keinerlei Schwierigkeiten. Konditionell war ich gut vorbereitet. Es gab weder Muskelkater, noch Verspannungen. Keine Gelenkschmerzen, keine sonstigen Probleme. Leider hielt diese Situation nicht mehr lange an. Es kündigten sich in den nassen Schuhen bei fortgesetztem Regen weitere Blasen an. Um die Schmerzen, welche diese verursachten, weniger zu spüren, begann ich etwas unrund zu laufen. Die Schonhaltung führte aber bald zu Schmerzen in den Waden und musste wieder aufgegeben werden. Die Blasen wuchsen weiter. Platzen sie, so machte sich das durch einen kurzen brennend-stechenden Schmerz bemerkbar. Danach war dann aber wieder erst einmal Ruhe. Kein Duck, kaum Schmerz.

Karte als Vollbild in neuem Fenster öffnen

Bei Erreichen des 50 Kilometer Schildes war nicht nur die Freude über das Bezwingen der Hälfte der Gesamtstrecke gross. Schliesslich war alles, was nun vor mir lag kürzer als das, was schon hinter mir gelegen hatte. Wichtiger aber war, dass in nur 6 Kilometer Entfernung der Posten Kirchberg kommen würde – und dort warteten meine trockenen Sachen. Ich hatte komplette Wechselwäsche dabei, würde aber nur die Socken benötigen und das Laufshirt wechseln. Mc Kinley® Hose und Marmot® Jacke waren 100% wasserdicht.

Beim Kilometerschild ‘55′ war Holland in Not. Jetzt konnte ich wirklich nicht mehr warten, die Füsse chirurgisch behandeln zu lassen. Noch ein Kilometer bis zum Sanitätsposten und zu trockenen Socken. Nach 9 Stunden, 19 Minuten und 28 Sekunden passierte ich beim ersehnten Posten Kirchberg die 56-Kilometer-Zeitmessung. Jetzt erst mal zum Arzt. Es waren inzwischen 5 Blasen zu behandeln – zwei davon noch prall gefüllt mit seröser Flüssigkeit. Die mussten zuerst eröffnet werden. An den Blasen, die spontan geplatzt waren, hatten sich aus den ehemaligen Flüssigkeitstaschen Hautfalten gebildet. Nach kurzer Beratung mit dem Arzt entschieden wir, diese abzutragen. Skalpell, Tupfter… Danach wurde alles wieder mit Compeed® Platten gedeckt. Die ganze Aktion hat eine Dreiviertelstunde gedauert. Es gab keine medizinischen Einwände den Lauf fortzusetzen. Im Bunker der örtlichen Zivilschutzanlage fand ich im Vorraum der Toiletten/Duschen zwei Körpertrockner, die ich zu Schuhtrocknern umfunktionierte. Nun hatte ich frisch versorgte Füsse, trockene Socken und sogar rapeltrockene Schuhe. Super.

Als ich wieder aus dem Keller kletterte erwartete mich neuer Starkregen. Ein Sommergewitter ist ein Klacks dagegen. So blieb ich noch für einige Zeit unter der schützenden Vorhalle sitzen, wo der Verpflegungsposten aufgebaut war. Alle paar Kilometer hatte der Veranstalter solche Posten eingerichtet. So brauchte man als Läufer keine Verpflegung mit sich führen. Alles Gewicht…

Das Warten brachte nichts. Der Regen liess nicht nach. Ich musste weiter. 5 Kilometer später waren Schuhe und Socken wieder nass. Zu allem Übel wurde dann auch noch die Strecke ekelhaft. Etwa 3/4 der gesamten Strecke waren asphaltiert. Die Abschnitte mit dem schlechtesten Untergrund, der Veranstalter sagt verniedlichend “Naturwege”, lagen jetzt  zwischen dem eben passierten Posten Kirchberg (KM 56) und dem nächsten Posten “Gerlafingen” bei  Kilometer 67 vor mir. Es ging über einen elendig langen Hochwasserschutz-Damm im Wald und danach entlang des Ufers der Emme. Ich glaube sogar die Römer haben vor 2000 Jahren schon glattere Wege gebaut, als die Berner es hier heutzutage schafften.

Der Posten Gerlafingen hatte freundlicherweise eine Biertischgarnitur im Regen stehen, sodass ich mich einige Minuten hinsetzten und die Holperstrecke verdauen konnte. Mit den wasserdichten Sachen war das kein Problem und die wasserundichten Füsse waren ja unter dem Tisch vor neuer Nässe geschützt. Mit Wiederaufnahme des Weges war dieser Schutz dahin und so schwante mir allmählich, dass das Vorhaben scheitern könnte und ich eventuell nicht ankommen würde.

Inzwischen waren auch die Handschuhe nass und so bildete sich auch in der linken Hand eine kleine Blase. Glücklicherweise blieb sie die Einzige und sie wuchs auch nicht zu einem grotesken Riesending, wie diejenigen an den Füssen.

Nach Gerlafingen ging es 10 Kilometer bergauf. Nach dem Holperweg zuvor war das eine wahre Wohltat, besonders nachdem der Waldweg irgendwann wieder in einen asphaltierten Weg überging. Geradeaus laufen ist für mich auf Dauer viel anstrengender als bergauf. Am schlimmsten ist es allerdings über längere Zeit bergab zu müssen!

Nach dem 10-Kilometer Bergauf-Lauf bei Kilometer 76,5 in Bibern angekommen, verpflegte ich mich mit einem Apfel und sah zuversichtlich dem nächsten Anstieg entgegen, der es in sich haben würde. Doch siehe da: auch dieser Berg, der 100 Höhenmeter auf 1 KM Strecke überwindet, war gut zu meistern. Der folgende Abstieg allerdings, war die Hölle. Ich verlor rund 20 Plätze durch mich überholende Läufer, die inzwischen als Spaziergänger unterwegs waren. Mein Fussblasensituation liess kein höheres Tempo zu. Vor mir lagen noch 20 Kilometer quasi gerader Strecke bis zum Ziel. Alle Berge waren genommen. Der schwierige Teil der Strecke bezwungen. Die Herzfrequenz lag im Bereich des Ruhepulses. Es hatte sich kein Hunger-Ast eingestellt – meine Verpflegungs- und Flüssigkeitsstrategie hatte funktioniert!

Ich setzte mich beim Abstieg bei jeder Gelegenheit alle paar hundert Meter hin um Kräfte zu sammeln und mir darüber klar zu werden, dass Aufgeben eine Option sein müsse. Ein gruseliger Gedanke, denn ich war körperlich fit. Nur füsslich eben nicht, was bei der noch bevorstehenden Strecke aber nicht ganz unwichtig war.

Die Insassen der immer mal wieder vorbeifahrenden Fahrzeuge des Veranstalters hatten mich schon ins Visier genommen. Aber noch war ich nicht bereit, eine HILFE- Geste zu gesten. Ich wollte nun noch das 80-Kilometer-Schild erreichen. Kilometer 76,5 hatte ich nach 14 Stunden, 49 Minuten und 45 Sekunden überschritten. Das war die letzte Zeitmessung auf der Strecke vor dem Ziel.

Das 80-Kilometer Schild erreichte ich um Punkt 14:00 Uhr nach 16 Stunden. Für die letzten 3,5 Kilometer hatte ich also 70 Minuten gebraucht. Zu Beginn des Laufes waren es 29 Minuten für diese Strecke gewesen. Wenn ich nun in diesem Tempo weiter ginge -und schneller ging’s nicht mehr-, würde ich noch 400 Minuten oder über sechseinhalb Stunden bis zum Ziel brauchen. Ich käme also nach halb neun an. Zielschluss war aber um 19°° Uhr. Keine Chance mehr zumal noch gar nicht ausgemacht war, dass ich mein aktuelles “Tempo” wirklich bis zum Ziel würde halten können.

Vis a vis des 80 KM Schildes gab es ein kleines Mäuerchen. Ich setzte mich und wartete 10 Minuten bis ein Streckenfahrzeug vorbeikam. Ein Pannenhilfe Wagen. Passt ja. Er hielt an, setzte seine gelben Rundumlichter in Gang und liess mich einsteigen. Im Ort Arch, in dem ich nun war, gab es einen Verpflegungsposten zu dem mich der Pannenhelfer brachte. Dessen Chef wiederum bestellte für mich einen Truppentransporter des Schweizer Militärs, der gestrandete Läufer aufnahm und nach Biel brachte. Ich wartete eine Stunde auf den Transport, was wegen der nun zunehmenden Müdigkeit und eines inzwischen beginnenden Muskelkaters sowie zunehmender posttraumatischer Schwellungen der Füsse nicht ganz einfach war. Während der Fahrt merkte ich, dass ich nicht mehr ins Zelt würde gehen können um mich abzumelden und meine Urkunde und mein T-Shirt abzuholen. Natürlich bekäme ich eine Urkunde. Alles, was weiter als 42 Komma irgendwas Kilometer ist, hat schliesslich Ultra-Marathon Format!

In Biel angekommen kroch ich in den bereitliegenden Schlafsack im Auto und machte ein Nickerchen. Gegen 19°° Uhr fuhr ich nach Hause. Gas geben und bremsen konnte ich mit dem unbeschädigten dicken Zeh rechts. Kuppeln brauche ich nicht dank Automatik. Auf der Autobahn konnte ich mit Tempomat und somit “ohne Füsse” fahren. In der Erwartung, dass ich vorerst nachhaltig behindert sein und mich nicht verpflegen können würde, ass ich ein Menü beim Mäcces am Schalter.

Zu Hause angekommen parkte ich das Auto so, dass ich mich auf die Fahrertüre gestützt zur Haustüre und von dort zum Sofa hangeln konnte. Da liege ich jetzt seit zwei Tagen und weiss noch nicht, wann ich wieder aufstehen kann. Die Walkingstöcke habe ich auf einen Meter Länge eingestellt und nutze sie nun als Krücken um gelegentlich zur Toilette zu gelangen. Links habe ich nun -bedingt durch eine dezente Schwellung- Schuhgrösse 57. Rechts ein schmerzendes Knie. Beide Füsse sind offen. Das Blöde ist, dass man sich mit derartigen Verletzungen liegend nicht mal selber drehen kann.

Übrigens: Während des Laufes habe ich unglaublicherweise meine Platzierung um 23 Plätze verbessert. Vermutlich wohl deswegen, weil andere früher aufgaben. Bei Kilometer 38,0 lag ich in meiner Kategorie auf Platz 219, bei Kilometer 56 auf Platz 211 und bei Kilometer 76,5 auf Platz 196.

Was mich nun umtreibt ist die Frage, ob ich nächstes Jahr wieder so verrückt sein werde, dieses Abenteuer mitzumachen. Wenn es trocken ist, müsste ich ja eigentlich die 100 Kilometer schaffen!?

Was die Kanzlerin sagt

June 9th, 2011

Inspirationsquelle (nicht nur für dieses Bild): www.facebook.com/spdbundestagsfraktion

Keynote versus Power Point

June 8th, 2011

Seit Jahren verfasse ich alle Vorträge, bei denen die Veranstalter auf die ach so ätzenden Folien bestehen, mit Microsofts Power Point. Heute nun habe ich mir eine “Keynote”- Installation zugelegt. Das Betrachten des ersten Schulungsfilmchens ist vielversprechend. Werde berichten, wie ich mit dem für mich neuen Programm als Umsteiger (oder besser Wandler zwischen den Welten) zurecht komme.

Ab in die Cloud

June 7th, 2011

CloudWas Apple Chef Steve Jobs gestern auf der “WWCD 2011″ in San Francisco präsentierte, dürfte der Anfang vom Ende des Personalcomputers gewesen sein. Vielleicht waren wir sogar Zeuge, als das letzte Geläut für “Windows” und seinen Hersteller Microsoft eingeleitet wurde.

Was ist passiert? Steve Jobs und seine Manager präsentierten Apples Umsetzung des “Coud-Computings”. Daten werden nicht mehr vorwiegend auf lokalen Datenspeichern gehalten, sondern zentral in einer “Wolke” (engl. “cloud”) genannten Rechencenterstruktur gehostet. Der berechtigte Nutzer greift mit allen seinen Geräten auf diese Informationen zu. Je nach Speicherkapazität und Einstellung seiner Endgeräte werden die Daten aus der Cloud mal synchronisiert und mal auch online gestreamt. Das Wichtigste aber: alles geschieht automatisch im Hintergrund. Der Nutzer muss sich um nichts kümmern. Auf allen Geräten ist alles immer gleichermassen verfügbar. Ob es sich um Dokumente, Bilder oder Musikdateien handelt ist dabei ohne Belang. PDA, Laptop, Handy, Musikplayer oder Desktoprechner? Wurscht. Geht alles.

Wie das funktioniert? Das ist auch egal. Wir kommen mit Apple in das Zeitalter, in dem wir Computer einfach nur noch nutzen. Expertenwissen für wenige interessierte Laien? Das war gestern. Wie die Technik wirklich funktioniert wissen zukünftig nur noch die Fachleute. So steht seit gestern zum Beispiel  fest, dass die Informatikstudenten der näheren Zukunft in “Geschichte der EDV” lernen werden, was man dereinst unter einem “Filesystem” verstand und wie kompliziert dessen Anwendung für Otto-Normal-Benutzer war. Man wird wohl auch in Kürze den Kopf darüber schüttel, dereinst Daten von zwei nebeneinander stehenden Rechnern per USB Stick übertragen zu haben. Apples Antwort heisst hier “AirDrop”. Und sie funktioniert selbstverständlich drahtlos. Die Übertragungsfunktion ist Teil des Betriebssystems, also quasi schon von vorne herein eingebaut. Wir werden uns nicht darum kümmern müssten, sondern nur noch nutzen können.

Übrigens: um die vorletzte Jahrhundertwende glaubten nicht wenige Fachleute, dass der weltweite Kraftwagenbestand die Millionenmarke kaum übersteigen könne, weil es nicht genug Nachwuchs an ausgebildeten Chauffeuren geben werde. Schaut man sich auf den Straßen heute um stellt man leicht fest, dass die Anforderungen an den geneigten Fahrer drastisch gesunken sein müssen. Wenngleich wir bei der Einführung von “Personal Computern” in unserer Gesellschaft mehr Zutrauen in unsere eigenen und die Fähigkeiten der Systeme als seinerzeit in die Autos hatten: es wird bei der zukünftigen auch professionellen Anwendung von Rechnern nicht anders werden, als beim Auto. Die Anforderungen sinken massiv, der Nutzen steht im Vordergrund. Und Dank Apple geht diese Entwicklung schneller vonstatten, als wir alle nach anfänglicher Euphorie wohl noch kürzlich zu glauben wagten.

Empfehlung für weitere Informationen:
alle Innovationen zeigt das zweistündige
Video der Apple Entwicklerkonferenz vom 06.06.2011.

Bebildert

May 28th, 2011

Nach einiger Recherche habe ich mich entschlossen, die “Internetdirektion”- Website zukünftig -neben eigenen- mit Bildern und Grafiken des Bilderdienstes Fotolia zu illustrieren. Die Plattform wurde von einem damals jungen französischen Praktikanten ins Leben gerufen, der, als er ein Bild benötigte, feststellte, dass hochwertige Bilder den großen, zahlungskräftigen Kunden vorbehalten waren. Der Rest musste auf mittelmäßiges Material zurückgreifen oder wurde wohl oder übel zum Bildpiraten.  Jedermann kann nun auf Fotolia professionelle Bilder gegen eine geringe Gebühr lizenzfrei bekommen bzw. anbieten. Die Bilder sind zeitlich, örtlich und unabhängig von der Auflage einsetzbar – genau das richtige für (m)eine Website also.

Reiseplanung Budapest

May 9th, 2011

Morgen geht’s nach Budapest! Mit dieser Städtereise im Kreise weiterer europäischer Fachkollegen ist der Besuch des Kongresses “World of Health IT” verbunden.

Bie Branche ist kundenseitig im Umbruch. Man will auch im beruflichen Alltag Software einsetzen, die nicht nur nützlich, sondern auch leicht anzuwenden ist und deren Nutzung Spaß macht. Werden von Budapest diesbezüglich Impulse ausgehen? Ich bin gespannt.

Wer einen Blick in das Album links werfen möchte findet dort  Impressionen unseres Hotels Corvinus.

Außerordentlicher SPD Landesparteitag

May 6th, 2011

Am Samstag, den 07. Mai 2011 kamen die Delegierten des SPD Landesparteitags zusammen, um in Sindelfingen über den Grün-Roten Koalitionsvertrag der zukünftigen Baden-Württembergischen Landesregierung zu beraten. Ich habe als Delegierter der Kreis SPD Waldshut teilgenommen. Hier ein kleiner Reisebericht.

Freitag, 06.05.2011, 06:30 Uhr
Koalitionsvertrag noch mal durcharbeiten, Koffer packen, letzte Vorbereitungen auf den SPD Landesparteitag treffen. Heute Abend gehts nach Sindelfingen. Ich entschliesse mich, hier zwischendurch live zu berichten. Ob die Zeit dafür dann tatsächlich sein wird, ist noch nicht ganz klar. MacBook, iPad und -Phone sind jedenfalls dabei und eh alle immer online…


Freitag, 07.05.2011, 18:00
Zwar führen seit einigen Jahrhunderten nicht mehr alle Wege nach Rom, jedoch führen alle Wege von Murg zunächst einmal über Schweizer Bahnhöfe – Schaffhausen oder Basel nämlich. In Basel Badischer Bahnhof, den ich per Bummelzug erreiche, wird umgestiegen in den ICE.

Anschliessend wechsle ich in Karlsruhe in den TGV und in Stuttgart wie Böblingen in S-Bahnen. Eine kleine Weltreise. In Sindelfingen angekommen stelle ich fest, dass es keine Taxis am Bahnhof gibt. Das iPhone errechnet 1,4 KM Fußweg zum Hotel. Ich unternehme also einen schönen Abendspaziergang in lauer Frühlingsluft am späten Abend um halb elf.

Über die Qualität des 4* Marriott Hotel im Sindelfinger Industriegebiet möchte ich hier schweigen (siehe Qype)…

Samstag, 07.05.2011, 08:30 Uhr
…vielleicht reicht ein Hinweis auf den Blick aus dem Fenster (Bild oben links), um sich einen Eindruck verschaffen zu können. Die Umgebung passt zum Hotel. Eine schon fast anekdotische Begebenheit will ich aber doch kurz schildern: Als ich im Zimmer kein Schuhputzzeug finde, bitte ich die Rezeption telefonisch, mir während meines Frühstücks ein solches aufs Zimmer zu legen. Als ich wiederkomme finde ich einen Stofflappen und einen Schuhlöffel vor.

Samstag, 07.05.2011, 11:30 Uhr
Nach einem weiteren Spaziergang durch Sindelfingen mit dem Koffer im Schlepptau erreiche ich die Stadthalle. Small Talk mit der Bundestagsabgeordneten und der Kreistagsfraktionsvorsitzenden, die erst heute angereist waren und die ich vor der Halle treffe. Auch Nils Schmid, der designierte Finanzminister und Vorsitzende der SPD Baden-Württemberg talkt mit.

Samstag, 07.05.2011, 14:30 Uhr
Als sich die designierte Ministerriege um Nils Schmid dem Parteitag präsentiert, spendet der Saal “Standing Ovations”.

Samstag, 07.05.2011, 23:30 Uhr
Erst um kurz vor Mitternacht geht der Parteitag für mich zu Ende. Zuvor erlebe ich noch dies:

In meinem ICE brummte es in Wagen 27 unter meinem Sitzt 96 ununterbrochen ganz fürchterlich. Ich befürchte, bald in einen schrecklichen ECE Unfall verwickelt zu werden. Leib und Leben können am Ende jedoch gesichert werden.

Allerdings endete die Fahrt mit einem Schock: nachdem ich ein leckeres Chili gefuttert hatte, machte ich ein kleines Nickerchen. Ich erwachte, als der Zug bereits in meinem Zielbahnhof stand. Natürlich hatte ich mich im Abteil mächtig ausgebreitet: Laptop lief, iPad daran angeschlossen, iPhone am Stromkabel, Papiere vom Parteitag lagen rum, Sakko am Haken, Schuhe ausgezogen usw. Gut dass keiner gesehen hat, wie ich alles schlaftrunken zusammenraffte und nur halb bekleidet aus dem Zug sprang. Auf dem Bahnsteig machte ich wohl noch einen desorientierten Eindruck, so dass die Bahnhofsvorsteherin (die mit der roten Mütze) kam und sich nach meinem Wohlbefinden erkundigte und fragte, ob ich am richtigen Bahnhof ausgestiegen sei (der Zug hält 2x in Basel und es laufen darum des Öfteren Verwirrte am ersten Bahnhof rum).

Tachycarde Rhythmusstörungen mit supraventrikulären Extrasystolen, die aber auch durch dieses unglaubliche Brummen unter meinem Sitz und die damit einhergehenden Vibrationen ausgelöst worden sein konnten, waren die Folge unter denen ich noch eine halbe Stunde später litt. Gott sei Dank hatte ich meinen Anti-Umgebungsgeräusche-Flugzeug-Sennheiser Kopfhörer dabei, der das Brummen beim Musikhören einfach weg filterte. Leider aber eben auch die Lautsprecherdurchsagen vor Erreichen des Bahnhofs, an dem ich beinahe nicht ausstieg.