Am Samstag, den 07. Mai 2011 kamen die Delegierten des SPD Landesparteitags zusammen, um in Sindelfingen über den Grün-Roten Koalitionsvertrag der zukünftigen Baden-Württembergischen Landesregierung zu beraten. Ich habe als Delegierter der Kreis SPD Waldshut teilgenommen. Hier ein kleiner Reisebericht.

Freitag, 06.05.2011, 06:30 Uhr
Koalitionsvertrag noch mal durcharbeiten, Koffer packen, letzte Vorbereitungen auf den SPD Landesparteitag treffen. Heute Abend gehts nach Sindelfingen. Ich entschliesse mich, hier zwischendurch live zu berichten. Ob die Zeit dafür dann tatsächlich sein wird, ist noch nicht ganz klar. MacBook, iPad und -Phone sind jedenfalls dabei und eh alle immer online…


Freitag, 07.05.2011, 18:00
Zwar führen seit einigen Jahrhunderten nicht mehr alle Wege nach Rom, jedoch führen alle Wege von Murg zunächst einmal über Schweizer Bahnhöfe – Schaffhausen oder Basel nämlich. In Basel Badischer Bahnhof, den ich per Bummelzug erreiche, wird umgestiegen in den ICE.


Anschliessend wechsle ich in Karlsruhe in den TGV und in Stuttgart wie Böblingen in S-Bahnen. Eine kleine Weltreise. In Sindelfingen angekommen stelle ich fest, dass es keine Taxis am Bahnhof gibt. Das iPhone errechnet 1,4 KM Fußweg zum Hotel. Ich unternehme also einen schönen Abendspaziergang in lauer Frühlingsluft am späten Abend um halb elf.


Über die Qualität des 4* Marriott Hotel im Sindelfinger Industriegebiet möchte ich hier schweigen (siehe Qype)…
Samstag, 07.05.2011, 08:30 Uhr
…vielleicht reicht ein Hinweis auf den Blick aus dem Fenster (Bild oben links), um sich einen Eindruck verschaffen zu können. Die Umgebung passt zum Hotel. Eine schon fast anekdotische Begebenheit will ich aber doch kurz schildern: Als ich im Zimmer kein Schuhputzzeug finde, bitte ich die Rezeption telefonisch, mir während meines Frühstücks ein solches aufs Zimmer zu legen. Als ich wiederkomme finde ich einen Stofflappen und einen Schuhlöffel vor.
Samstag, 07.05.2011, 11:30 Uhr
Nach einem weiteren Spaziergang durch Sindelfingen mit dem Koffer im Schlepptau erreiche ich die Stadthalle. Small Talk mit der Bundestagsabgeordneten und der Kreistagsfraktionsvorsitzenden, die erst heute angereist waren und die ich vor der Halle treffe. Auch Nils Schmid, der designierte Finanzminister und Vorsitzende der SPD Baden-Württemberg talkt mit.

Samstag, 07.05.2011, 14:30 Uhr
Als sich die designierte Ministerriege um Nils Schmid dem Parteitag präsentiert, spendet der Saal “Standing Ovations”.
Samstag, 07.05.2011, 23:30 Uhr
Erst um kurz vor Mitternacht geht der Parteitag für mich zu Ende. Zuvor erlebe ich noch dies:
In meinem ICE brummte es in Wagen 27 unter meinem Sitzt 96 ununterbrochen ganz fürchterlich. Ich befürchte, bald in einen schrecklichen ECE Unfall verwickelt zu werden. Leib und Leben können am Ende jedoch gesichert werden.
Allerdings endete die Fahrt mit einem Schock: nachdem ich ein leckeres Chili gefuttert hatte, machte ich ein kleines Nickerchen. Ich erwachte, als der Zug bereits in meinem Zielbahnhof stand. Natürlich hatte ich mich im Abteil mächtig ausgebreitet: Laptop lief, iPad daran angeschlossen, iPhone am Stromkabel, Papiere vom Parteitag lagen rum, Sakko am Haken, Schuhe ausgezogen usw. Gut dass keiner gesehen hat, wie ich alles schlaftrunken zusammenraffte und nur halb bekleidet aus dem Zug sprang. Auf dem Bahnsteig machte ich wohl noch einen desorientierten Eindruck, so dass die Bahnhofsvorsteherin (die mit der roten Mütze) kam und sich nach meinem Wohlbefinden erkundigte und fragte, ob ich am richtigen Bahnhof ausgestiegen sei (der Zug hält 2x in Basel und es laufen darum des Öfteren Verwirrte am ersten Bahnhof rum).


Tachycarde Rhythmusstörungen mit supraventrikulären Extrasystolen, die aber auch durch dieses unglaubliche Brummen unter meinem Sitz und die damit einhergehenden Vibrationen ausgelöst worden sein konnten, waren die Folge unter denen ich noch eine halbe Stunde später litt. Gott sei Dank hatte ich meinen Anti-Umgebungsgeräusche-Flugzeug-Sennheiser Kopfhörer dabei, der das Brummen beim Musikhören einfach weg filterte. Leider aber eben auch die Lautsprecherdurchsagen vor Erreichen des Bahnhofs, an dem ich beinahe nicht ausstieg.
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